Die Innere Weberstraße vom Turm der Johanniskirche gesehen. (c) A. Kluttig

Oberbürgermeister Thomas Zenker hat die Anwohnerinnen und Unternehmerinnen der Inneren Weberstraße zu einem Gespräch vor Ort geladen, nachdem in einem offenen Brief mehrere Einwände die Umsetzung betreffend formuliert wurden.

Ich umreiße an dieser Stelle die zwei Punkte, die ich als die Wichtigsten wahrgenommen habe. Sie sind herzlich eingeladen, in den Kommentaren zu diskutieren bzw. auch weitere zu thematisieren.

Der „Hauptanklagepunkt“ seitens der Unterzeichner des Offenen Briefs ist eine fehlende Beteiligung der Bürger in der Planungsphase. Dem muss klar widersprochen werden. Wie Bauamtsleiter Herr Höhne ausführte, fand Bürgerbeteiligung in mehreren Formen statt. So wurde während der Planungsphase zu einer Informationsrunde im Rathaus eingeladen, die Bauzeichnungen lagen für die Öffentlichkeit aus und die beratenden Ausschüsse wie der Technische und Vergabeausschuss waren öffentlich. Die verschiedenen Vorstellungen und Einwände wurden gesammelt und von den zuständigen Ämtern der Stadtverwaltung abgewogen.

Der Unmut kommt hier wohl aus der Tatsache, dass die Einwände und Vorstellungen der Anwohnerinnen nicht 1:1 umgesetzt wurden. Dazu muss man sich vor Augen führen, dass Bauvorhaben im öffentlichen Raum recht komplexe Angelegenheiten sind, gerahmt von behördlichen Vorgaben und dem Baurecht. Konkret heißt das, die Vorgaben aus dem Bauamt, dem Verkehrsamt, der Stadtplanung, des Umweltamtes und des Denkmalschutzes müssen in die Planung einfließen. Dann erst kann auf die gestalterischen Wünsche eingegangen werden und die sind natürlich auch vielfältig. Das wurde einmal mehr auch während des Gesprächs am Samstag klar. Für die einen sollte ein motorisierter Verkehr in alle Richtungen möglich gemacht werden, andere könnten ganz darauf verzichten. Die einen möchten möglichst viele Parkplätze, die anderen sehen diese als Affront gegenüber unserer schönen Architektur an.

Dies ist keine Frage von Recht oder Unrecht, das sind persönliche Ansichten, die der jeweiligen Situation, den Zielen und Präferenzen der Leute entspringen und anzuerkennen sind. Es gibt jedoch eine gemeinsame Basis: das Engagement, unsere Stadt schön und lebenswert zu gestalten. Auf dieser Basis müssen für die aufkommenden Streitpunkte Kompromisse gesucht und gefunden werden. Durch gemeinsame Gespräche, Debatten und Streit. Und wenn es alle Beteiligten hinkriegen, das erwähnte Engagement des Gegenübers zu respektieren und anzuerkennen, dann klappt das auch.

Zurück zur Inneren Weberstraße: die größte Sorge der Unternehmer und Anwohner sind die durch die Neugestaltung der Straße wegfallenden Parkplätze. Nach der Sanierung werden nur noch im oberen und unteren Teil der Straße Parkplätze (insgesamt 20) vorhanden sein. Der Wegfall der Parkplätze ist hauptsächlich begründet in der Enge der Straße verbunden mit der Verbreiterung der Gehwege. Die Kameraden der Feuerwehr waren so freundlich, uns das mit dem Drehleiterhubwagen (ich hoffe, der heißt so) vorzuführen.

Auf den Bildern ist recht eindrücklich zu sehen, wie wenig Platz für das Ausfahren und Drehen der Leiter ist. Die Vorführung fand übrigens nicht im engsten Teil der Straße statt. Die Ausleger konnten trotzdem nicht vollständig ausgefahren werden, was ein Einbuße an sicherer Leiterhöhe und Traglast des Korbes zur Folge hat – keine guten Voraussetzungen, um Menschen aus einem brennenden Haus zu retten.

Im Ergebnis des Gesprächs vom Samstag, haben der Oberbürgermeister und der Bauamtleiter den Anwohnerinnen versprochen, den zweiten Bauabschnitt erneut nach Möglichkeiten zu prüfen, mehr Parkplätze einzurichten. Des Weiteren wird in angrenzenden Straßen nach Parkflächen gesucht, um die Situation für die Innere Weberstraße zu entlasten.

Abschließend noch zwei Dinge, die für das zukünftige Miteinander zu verbessern wären: Nehmen Sie die angebotenen Möglichkeiten zur Bürgerbeteiligung wahr. Ihre Vorstellungen und Erwartungen und Bedarfe werden gehört und es wird versucht, diese zu berücksichtigen.

Weiterhin gilt es, die Kommunikation aus der Stadtverwaltung in die Bürgerschaft weiter zu verbessern. Hier hat sich schon sehr viel zum Guten getan, jedoch gerade am Beispiel der Inneren Weberstraße hat sich gezeigt, wo „noch Luft nach oben ist“.

Posted in: Allgemein.
Last Modified: Juni 21, 2020

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